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am 20. Mai 2022

Themen und Referierende

Dipl. Psych. Micha Hilgers, Aachen:

«Scham - Oder wer schämt sich für wen oder was?»

Scham ist ein schmerzhafter Affekt («peinlich»), jedoch in Massen entwicklungsfördernd: keine Behandlung, keine Freundschaft und keine Liebesbeziehung kommt ohne begleitende Scham aus. In Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters schämen sich Familienangehörige ihres psychisch kranken Mitglieds oder verwandeln diese Scham in Vorwürflichkeit. Damit beginnt Scham zwischen Patientinnen und Patienten, Familiensystem und Behandelnden zu rotieren: who’s to blame?

Eine besondere Herausforderung sind schamlose Patientinnen und Patienten oder Familiensysteme (vgl. Psychopathie) oder solche, die über ein völlig anderes Wertesystem verfügen.

Milde, zarte Schamsensibilität ermöglicht intime professionelle Begegnungen als die vielleicht kostbarsten Momente unseres Berufs.

  • Kurzbiografie

    Dipl. Psych. Micha Hilgers ist in Düsseldorf aufgewachsen und hat dort sein Abitur gemacht. Er war als Hafenarbeiter in Vlissingen (NL) tätig, bevor er sein Psychologiestudium in Amsterdam begann. Es folgten ein Studium in politischer Wissenschaft, Niederlandistik sowie das Diplom Psychologie an der Philipps-Universität Marburg. Zudem machte er seine Ausbildung zum Psychoanalytiker (DGPT), Gruppenanalytiker, Supervisor und Organisationsberater (D3G, DGSv). Hilgers führt eine Praxis und Lehrpraxis in Aachen sowie eine Privatpraxis in Roetgen-Mulartshütte. Er ist Dozent, Lehrtherapeut, Lehranalytiker, Supervisor für verschiedene Ausbildungsinstitute und macht Supervision für zahlreiche psychosoziale Einrichtungen, u.a. Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie, Forensik, JVA’s, Rehakliniken. Auch hat Hilgers zahlreiche Bücher publiziert, u.a. «Scham. Gesichter eines Affekts», «Der authentische Psychotherapeut» Bd I und II, aktuell u.a. in der Zeitschrift Die Psychotherapie: «Schwierigkeiten und Kriterien, subkriminelle, erfolgreiche Psychopathie im ambulanten Setting zu erkennen».

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Dr. rer. nat. Maria Mögel, Zürich:

«Als Gruppe behandeln - Herausforderungen der interdisziplinären Zusammenarbeit»

Die psychotherapeutische Behandlung, Förderung oder soziale Begleitung von Kindern und Jugendlichen, die unter komplexen Störungen oder Belastungen leiden, verlangen meistens das Wissen und die Ressourcen multidisziplinärer Teams oder Helfernetze. Trotzdem erleben wir die erwünschte Zusammenarbeit nicht selten als erschöpfend und schwerfällig oder zweifeln am Nutzen für unsere Klienten und unseren Fähigkeiten. Mit Fallbeispielen sollen Hindernisse im interdisziplinären Arbeitsalltag beschrieben und der Frage nachgegangen werden, ob ein gruppendynamischer Zugang hier neue Perspektiven eröffnen könnte.

  • Kurzbiografie

    Dr. rer. nat. Maria Mögel ist klinische Psychologin und Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Gruppen in eigener Praxis. Sie weist langjährige Mitarbeit und Leitung von psychosozialen Fachstellen auf, unter anderem an den KJPD St.Gallen (Babysprechstunde, heutige Eltern-Kind-Sprechstunde 0-5, zusammen mit D. Bindernagel) und am Kinderspital Zürich (Abteilung Entwicklungspädiatrie), und führt Supervisions- und Lehrtätigkeiten aus.

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Kurzreferate KJPD-Vertreterinnen:

«Mentalisieren» – Dr. phil. Natalia Kunz
«Selbstfürsorge» – lic. phil. Sandra Grubenmann
«Case Management & Kommunikation» – M. Sc. Monika Rufer

Das Referat beleuchtet drei zentrale Aspekte, welche die KJPD St.Gallen in ihrer Arbeit anwenden: Mittels Mentalisieren können wir Gedanken und Emotionen anderer sowie die eigenen besser verstehen und reflektieren. Diese Kompetenz ist entscheidend, um in komplexen Situationen empathisch und lösungsorientiert zu handeln. Zudem ist in einem Arbeitsfeld mit hoher emotionaler Belastung Selbstfürsorge essenziell, indem wir beispielsweise durch Achtsamkeit die eigene psychische Gesundheit stärken. Nicht zuletzt unterstützt Case Management und die richtige Art der Kommunikation dabei, die interdisziplinäre Zusammenarbeit effizient zu gestalten. Indem wir Strukturen schaffen, die den Austausch fördern, können Betroffene optimal unterstützt werden.

  • Kurzbiografie

    Natalia Kunz, Sandra Grubenmann und Monika Rufer sind als Oberpsychologinnen und Co-Teamleitungen in den KJPD St.Gallen tätig. Sie verfügen über langjährige Erfahrung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und vereinen diverse Fachkompetenzen, unter anderem in den drei Schwerpunktthemen des Referats. Dabei stellen sie eine Verbindung her zwischen psychologischer Praxis, interdisziplinärer Zusammenarbeit und Führungskompetenz.

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Austausch und Podiumsdiskussion

Im Anschluss an die Referate sind Sie als Teilnehmende eingeladen, sich aktiv einzubringen. An verschiedenen Thementischen können Sie, passend zum Tagungsthema, Erfahrungen teilen, Perspektiven diskutieren und Kernaussagen festhalten. Darauffolgend lassen wir den Tag in einer Podiumsdiskussion Revue passieren und beleuchten wichtige Inhalte vertieft aus unterschiedlichen Blickwinkeln.